Radsportbezirk Westfalen-Mitte

Michel Heßmann wird Deutscher Meister

Vor wenigen Wochen fuhr er mit Platz 4 im Zeitfahren der Europameisterschaft ein Top-Resultat ein. Jetzt hatten ihn viele für die Dt. Meisterschaften im Zeitfahren nicht im Visier, wenn es um die Medaillen gehen sollte. Warum eigentlich nicht?

„Ich war schon erst überrascht, dass ich nicht zu den Mitfavoriten gehören sollte. Dann habe ich ein wenig geschmunzelt und dies als Ansporn genommen“, so Michel Heßmann im Vorfeld der Meisterschaft.

Die Favoriten, sie starten immer am Ende ins Zeitfahren. Michel Heßmann zählte scheinbar wirklich nicht zu den Besten. Die Jury setzte ihn in die Mitte der knapp 120 Fahrer. Um 14:15 Uhr hieß es für ihn dann „contre la montre“. Ein Fahrer, Michel Heßmann gegen die Uhr, den Wind, die Schmerzen und am Ende dann natürlich auch gegen die anderen Fahrer.

„Ich wollte die zwei Runden über je 9,3 Kilometer eigentlich sehr ruhig angehen und mich dann weiter steigern. Das hat aber irgendwie, eigentlich wie immer, nicht funktioniert. Ich bin recht schnell losgefahren.“

Nach einer Runde zeigte die Uhr die Zwischen-Bestzeit an. Okay, wer Michel und seine Möglichkeiten kennt hatte zu diesem Zeitpunkt damit gerechnet. Er blieb mit Druck auf dem Pedal. „Am Ende hatte ich das Gefühl, dass die Strecke länger und länger wird. Mir schwanden die Kräfte.“ Am Ende hatte er eine Wattleistung von Durchschnittlich 380 Watt über die 18.5 Kilometer abgeleistet – Bestzeit. Aber es standen ja noch 69 Fahrer auf der Startrampe, dabei auch die großen Favoriten.

Es begann das Warten und Zittern auf dem heißen Stuhl. Es wurde lange Zeit nicht eng, so dass Michel ruhig zusehen konnte. Der letzte Starter machte alles noch einmal richtig spannend. Mit Jacob Geßner ging der Favorit an den Start. Er wurde in der Zwischenzeit seinem Ruf gerecht und drückte eine neue Zwischenbestzeit – vier Sekunden schneller als Michel Heßmann, auf den Asphalt. Der pustete auf dem heißen Stuhl und begann jetzt noch einmal so richtig zu schwitzen – auch ohne selbst zu fahren. Unterwegs von der Strecke gab es keine Informationen. So vergingen die Minuten. Dann wurde Geßner angekündigt, die Uhr sie lief und lief und am Ende jubelte Michel Heßmann. Er war in der zweiten Runde satte 12 Sekunden schneller als Geßner, der sich die Silbermedaille sicherte.

Oben aber stand Michel Heßmann auf dem Podest, der damit, nach seinen drei DM-Titeln im Vorjahr, den ersten in diesem Jahr folgen ließ. „Jetzt hoffe ich für Deutschland auch bei der WM in Innsbruck starten zu dürfen. Ich bin total happy und freue mich auf das, was jetzt noch kommt.“

 

 

Herzlichen Glückwunsch Michel!

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: RSV Unna
Foto: Dominic Reichert

 

 

 

 

 

Sonntag, 18. November 2018

 

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